Böse Überraschungen nach dem Hauskauf haben fast immer dieselben Namen: Feuchtigkeit, Dach, Elektrik, Schimmel. Alle vier verstecken sich gern — aber alle vier hinterlassen Spuren, die man lesen kann.
Feuchtigkeit: der Endgegner
Im Keller verraten muffiger Geruch, weiße Salzausblühungen, blätternde Farbe und hohl klingender Putz aufsteigende oder eindringende Feuchte. Verdächtig sind auch frisch gestrichene einzelne Wandpartien und vollgestellte Kellerecken. Ein einfaches Feuchtemessgerät liefert erste Anhaltspunkte — Klarheit bringt der Fachmann. Feuchtesanierungen können teuer werden; hier ist ein Preisnachlass ohne Ursachenklärung kein Gewinn, sondern ein Risiko-Kauf.
Dach und Elektrik
Beim Dach zählen Alter der Eindeckung, Zustand von Lattung und Gebälk (vom Dachboden aus prüfen!), Übergänge an Kaminen und Gauben. Bei der Elektrik reicht oft ein Blick in den Sicherungskasten: Schraubsicherungen und fehlende FI-Schalter deuten auf Jahrzehnte alte Installationen — eine Komplettsanierung der Elektrik gehört dann in die Kaufkalkulation.
Schimmel: Symptom, nicht Ursache
Sichtbarer Schimmel in Raumecken oder an Fensterlaibungen ist ein Warnsignal — entscheidend ist die Ursache: Wärmebrücke, Lüftungsverhalten oder verdeckter Wasserschaden? Überstrichener Schimmel kommt wieder. Fragen Sie konkret nach früheren Wasserschäden und lassen Sie sich Antworten schriftlich geben; arglistig verschwiegene Mängel haftet der Verkäufer trotz Gewährleistungsausschluss.
Unser Rat: Bei jedem älteren Haus den zweiten Termin mit Sachverständigem machen. Und bei unseren eigenen Angeboten gilt: Bekannte Schwächen stehen im Exposé — Überraschungen verkaufen wir nicht.